Showdown am Nürburgring

Montag, 3. August 2009 um 18:49 Uhr » add this page to Mister Wong
Geschrieben von Jochen Knecht

16-07_08_urner.jpgDie Spuren des letzten Wochenendes sind noch zu sehen. Abgeklebte Boxenbereiche, breite Gummistriche auf dem Asphalt. Und auch die Namen berühmter Rennteams hängen hoch über den breiten Boxentoren. Die Formel 1 war am Nürburgring. Doch das scheint die 21 Teilnehmer der vierten OPC-Race-Camp-Stufe genauso wenig zu interessieren wie die rasselnden Testläufe der schnellsten Achterbahn der Welt auf der anderen Seite der Start-Ziel-Geraden. Nachdem sich die Gewinner der zweiten Race-Camp-Stufe in der Woche zuvor einem intensiven Fitness-Check unterzogen haben und ein Teilnehmer aufgrund mangelnder Kondition seine Koffer packen musste, zählt jetzt drei Tage lang nichts anderes als die eigene Performance auf der Rennstrecke.

16-07_30_urner.jpgDie Jury-Crew um die beiden Race-Camp-Chefs Manuel Reuter (47) und Joachim “Jockel” Winkelhock (48) nimmt sich Zeit, um das Können der restlichen Kandidaten unter die Lupe zu nehmen. Auf dem Programm steht weitaus mehr als die beste Rundenzeit. Schnelle Fahrweise, konstante Rundenzeiten, die Tipps der Jury umsetzen können – wer diese drei Dinge am besten kombiniert, sammelt hier die meisten Pluspunkte. Dafür haben die OPC-Race-Camp-Instruktoren eine Ausrüstung zur Verfügung, die sich vor der Hightech-Welt der DTM kaum verstecken muss. Dazu gehören neben den per Satelliten-Positionssystem GPS erhobenen Sektions- und Rundenzeiten insgesamt fünf Kamerateams, die rund um die Strecke verteilt arbeiten. Gemäß dem Motto “Big Brother is watching you” wird dabei jeder Zentimeter der Strecke für die Jury sichtbar. Unentdeckte Verbremser, die Ideallinie heimlich verlassen – das ist dadurch nicht mehr möglich.

16-07_19_urner.jpgZusätzlich hat sich die Race-Camp-Jury an den wichtigsten Stellen der Strecke positioniert, um einen akustischen Eindruck zu bekommen. Der falsche Gang, ungleichmäßig quietschende Reifen oder ein bis in den Begrenzer drehender Motor sind klare Minuspunkte, die per Funk gleich an die Kommandozentrale gehen. Als “Dienstfahrzeug” steht den Race-Camp-Kandidaten am ersten Tag ein alter Bekannter zur Verfügung. Der auf das Reglement der RCN-Rennserie (Rundstrecken-Challenge Nürburgring) umgebaute und 240 PS starke Opel Astra OPC diente den Teilnehmern bei der zweiten Race-Camp-Runde in Pferdsfeld als Sprungbrett aufs nächste Level. Damals galt es, die schnellste Runde auf einem mit Pylonen abgesteckten Rundkurs zu drehen. Heute gibt es keine weißroten Helferchen, weder auf noch neben der Strecke.

16-07_46_urner.jpgDie Kandidaten müssen die Ideallinie jetzt selbst finden. Was bei einigen wunderbar klappt und so aussieht, als säßen Profis hinter dem Lenkrad, sorgt bei anderen für tiefen Frust. Und resultiert in Abschieden: Gleich sechs Kandidaten müssen am Ende des ersten Tages ihre Träume von der Rennfahrerkarriere begraben. Am zweiten Tag dürfen die Kandidaten dann ans Steuer des 24-Stunden-Renners des OPC-Race-Camp-Finales 2008. Unter anderem mit einem sequenziellen Getriebe und einem Löschsystem ausgerüstet, hat der rund 300 PS starke und etwa 150.000 Euro teure Renner bis auf die Grundkarosserie kaum noch etwas mit einem serienmäßigen Opel Astra gemein.

16-07_62_urner.jpgWährend die regelmäßigen Boxenstopps zum Reifenwechsel dank pneumatischer Wagenheber in Rekordzeit bewältigt werden, fahren einige Teilnehmer langsamer, als man es erwartet hätte. Um einiges schneller als der RCN-Astra, macht der Rennwagen einem Kandidaten mehr Probleme, als erwartet. Und so heißt es auch am Ende des zweiten Tages: Abschied nehmen. Im Gegensatz zum Finale am Tag drei. Sechs der vierzehn Kandidaten überzeugen die Jury um Manuel Reuter derart, dass sie als Finalisten des OPC Race Camp feststehen. Die anderen acht müssen ins Bootcamp nach Saalfelden (Österreich). Dort werden dann die restlichen zwei bis vier Finalplätze vergeben.

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