Impressionen aus Teilnehmersicht / Level 2
[marcelR] Servus RaceCamp Teilnehmer, Leidenskandidaten, aber auch Mitleser,an die Teilnehmer: Seid ihr auch alle “Alle-5-Minuten Postfach-Überprüfer”? ;) Dass noch keine Info da ist, zeigt wohl dass sich das Team um Manuel Reuter ganz genau und gut überlegt welche 20 sie in die nächste Runde mitnehmen. Ich denke, gerade durch die von Manuel Reuter erwähnten teils schwankenden Leistungen ist eine so große Entscheidung nicht gerade leicht. Wenn 20 Leute dabei sind, die durchweg perfekte Leistungen abgeliefert haben wäre es sicherlich einfacher.
Bei mir persönlich lief es von der Nacht an schon nicht gut, wie bei einigen meiner Mitstreiter in der Nacht zu Montag natürlich auch! Die gestörte Nachtruhe von lauten britischen Motorsportfreunden verschaffte auch mir nur ca. 3 Stunden Schlaf. Als es dann morgens ziemlich übermüdet (bin es gewohnt normaler Weise 2einhalb Stunden später aufzustehen) an den Ring ging, war es schon ein ungewohntes Gefühl wieder am Steuer des Astras zu sitzen. Schnell kamen jedoch Erinnerungsflashs aus Dudenhofen hoch. Die Erinnreungen an Slalomfahren, Ausweichmanövern und Rundkurs fahren begleiten einen noch jeden Tag. Nach dem Frühstück, ging es gleich ab Richtung Ring und für unsere Gruppe zur Müllenbachschleife. 4 Runden hinter Christian her gefahren und sich mit der Strecke einigermaßen vertraut gemacht. Das ging so schnell da war´s aber auch schon wieder vorbei mit Fahrspaß.
Warten war angesagt, laaanges Warten. Von der noch übermüdeten Coolness beim Astra fahren blieb bei mir nicht mehr viel übrig. Die Nervosität stieg, die Hände wurden zittrig, die Knie ebenso bis es dann als Vorletzter in den Corsa ging. Gleich verwuchs der Körper mit dem geheimen Star der Stufe 1 aus Dudenhofen. Bald schon merkte ich jedoch dass mich der Rennfloh, wie ihn die Racecamp-Fangemeinde nennt, doch etwas ärgern wollte. Beim Anbremsen auf die Dunlop-Kehre spürte ich gleich, dass der kleine doch mehr von einem wilden Tier hat als mir lieb war. Die Hinterachse wurde unruhig und ich machte gleich Bekanntschaft mit den Kerbs. Mein Puls stieg von gefühlten 150 auf mindestens 180. Fluchen war angesagt, größter Ärger über sich selbst. Im Kopf spielte sich gleich blitzartig alles ab, was machst du nun? Du weißt, dass du die erste Runde total versaut hast. Die verlorene Zeit holst du nirgends zurück. Also was tun zum Teufel? Die nächste Runde langsam angehen und auf Nummer sicher fahren? Oder nein, du bist beim Racecamp und hast sauschnelle andere Kandidaten um dich herum, du musst Leistung bringen und zwar par excellence. Heißt: In der 2ten Runde noch mal alles geben und hoffen, dass du den Rennfloh diesmal gebändigt bekommst. Mit gutem Gefühl aus der Ford-Kurve heraus, blitzartig geschaltet um soviel Speed wie möglich aufzunehmen. Dann war es soweit, die Dunlop-Kehre lag vor mir, der Moment der Wahrheit, alles oder nichts. Ab auf die Bremse und. wieder die Idealfahrt durch die Dunlop-Kehre verpasst. Vielmehr schob ich mich geradeso durch. Was nun? Eine Kurve liegt noch vor dir, was sagt der Kopf? Bloß nicht jetzt noch den Floh kaputt machen, also auch noch in der letzten Schikane vom Gas gegangen und damit zu guter letzt noch alles falsch gemacht was man falsch machen kann. Leistung abrufen schaut anders aus. Beim Aussteigen steht dann gleich Manuel Reuter vor mir. Ich hätte im Boden versinken können, meine Leistung war mir richtig peinlich. Du weißt, dass du es besser kannst, doch Manuel Reuter steht vor dir und du weißt überhaupt nicht mehr wer du überhaupt bist. Am liebsten würde man im Boden versinken oder sich in eine Ecke stellen. Stattdessen habe ich ihm dann versucht zu erklären was ich empfunden habe und wie es mir ergangen ist. Für ihn als Profi wahrscheinlich wirres Zeug ;) Ich weiß ja selbst nicht mehr was ich vor mir her gestammelt hab ;)
In den 2 Runden wollte man so vieles richtig – perfekt machen. Doch in den 2 gezeiteten Runden blieb mir einfach zu wenig Zeit um mich an die veränderten Umstände im Gegensatz zum Normalauto einzuschießen. In späteren Gesprächen mit den anderen Teilnehmern beklagten sich viele, dass 2 Runden einfach zu wenig sind. Doch die Gegebenheiten waren für alle gleich und damit auch absolut fair. Ein mulmiges Gefühl bleibt in der Magengegend. Wie schnell hättest du sein können, hättest du die Kehre gleich beim ersten Mal perfekt genommen. Wo liegt dein echtes persönliches Limit? Lieber wäre mir gewesen, ich hätte die 2 Runden mit persönlicher Limitleistung vollbracht und hätte dann zumindest ein Ergebnis gehabt, welches mir zeigt wo ich stehe, wie ich mich unter den anderen einzuordnen habe. Aber so bleibt die Ungewissheit.
Was dann kam weiß man ja, Guidefahren über die GP Kurzanbindung. Ich springe ein wenig. .wir sind gleich bei der Bekanntgabe des Starting-Grids nach der Mittagspause. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass mein Name als erster verlautet wird, denn der schlechteste vom Vormittag "durfte" als Erster ran, der Beste zuletzt. Doch als ich als Dritter Starter genannt wurde war dies natürlich auch kein großer Trost. Bezeichnend und eine tolle Quittung für meine Fehler vom Vormittag. Der Druck von morgens stieg im Laufe des Tages immer mehr. Wo muss ich landen um es noch unter die letzten 20 zu schaffen? Hab ich überhaupt noch eine Möglichkeit? Selbst mit Bestzeit im Astra? Die Ungewissheit blieb den ganzen Tag über, selbst bis heute. Das Guidefahren auf der GP Kurzanbindung ließ noch mal Unbeschwertheit aufkommen. Es war geil über die Strecke zu gleiten wie an anderen Tagen echte Profis. Rasant ging es wie an einer Perlenkette hinter unserem Instruktor Felix hinterher. Man spürte gleich – hier geht was. Der Astra war dein nächstes Werkzeug um noch einmal eindrucksvoll beweisen zu können welche Fähigkeiten in dir schlummern. Leider ist es nicht so einfach den Druck abzubauen, doch versucht bestmöglich abzuschalten und wie automatisiert das Fahrzeug zu beherrschen. Startschuss. Einfahren in die Einführungsrunde, sich mit der Strecke nochmals vertraut machen, sich jeden Punkt einprägen. Bewusst sein, dass man die nächsten 2 Runden im Renntempo durch die Schikanen fegt. Die 2 gezeiteten Runden liefen eigentlich ganz gut, vor allem weitaus besser als die Fehlschüsse morgens mit dem Corsa. Auch wenn man den Astra am Limit bewegte, ihn hier und da über die Strecke schob hatte man ein gutes Gefühl für das Auto. Er reagierte so wie du es wolltest. Die letzte gezeitete Runde musste es dann sein, auch wenn das Anbremsen der ersten Kurve besser hätte laufen können, war ich ganz zufrieden mit meiner Leistung. Klar, überall kann man sich noch verbessern, aber es passierte nichts was nicht hätte passieren dürfen.
So stand meine Astra-Zeit fest und ich konnte endlich runterfahren, etwas abschalten, den anderen Teilnehmern bei ihren Starts zusehen, ihnen Glück wünschen und gut zureden. Mit der im Astra gefahrenen Zeit konnte man leben, ! doch was blieb war dieser verkorkste Vormittag. Dieser verschafft mir bis heute Magenkrämpfe. Wie wertet das Team um Manuel Reuter die Leistung. Wie schätzen sie diese beiden Fehler ein? Zählt vielleicht doch die Leistung aus Dudenhofen? Dort hatte man persönlich schließlich gezeigt was möglich ist und scheinbar überzeugt.
Der Ungewissheit nicht genüge, am Ende des Tages wurde bereits einigen Teilnehmern und Freunden klar gemacht, dass ihr Weg zum 24h Rennen 2008 nun vorbei sei. Als der eigene Name nicht fiel, blieben einem die schmetterlingartigen Gefühle in der Magengegend, ein hoher Puls, die tolle Eindrücke, neue Freundschaften, ganz große Erinnerungen und eine Maus von RaceCamp Sponsor GMAC.
Allen Teilnehmern wünsche ich ganz viel Glück für´s Weiterkommen. Vielleicht sieht man sich ja in Stufe 3 wieder. :)
Euer Marcel R.

Hallo,
wollte allen Gratulieren die in den nächsten Level aufgestiegen sind.
Allen die ausgeschieden sind, sage ich: DABEI SEIN WAR ALLES:
Unter http://www.motornews.tv findet ihr ein Video vom Level 2.
So Gott und Opel es wollen sehe ich die 20 Glücklichen im August bei der nächsten Ausscheidung.
Gruss Schluss Markus