Bericht in Motor-News.at: “OPC Race Camp: Mit Opel zur Rennfahrer-Karriere”

Montag, 7. Mai 2007 um 16:37 Uhr » add this page to Mister Wong
Geschrieben von Michael Theis

opc-news.gifLetzte Woche mailte mir Markus Ortler, ein österreichischer Journalist, einen sehr lebhaften Bericht aus der Perspektive eines OPC Race Camp-Teilnehmers, den ich niemandem vorenthalten möchte!

Motor-News.at:
“OPC Race Camp: Mit Opel zur Rennfahrer-Karriere”

Ein wunderschöner Tag mit Sonnenschein empfängt mich und die anderen Kandidaten. Treffen am Tor, das für manche vielleicht das Tor zum Glück ist und für andere bis am Abend eine Ernüchterung bringt. Mit dem Shuttlebus geht’s ins Testgelände von Opel. Zuerst werden Formalitäten erledigt und die Startnummern ausgegeben, anschließend wird von jedem noch ein Einzelbild mit Startnummer geschossen.

So, da stehen sie vor uns, die Männer, die entscheiden ob ich ein Rennfahrer werden kann oder nicht. Manuel Reuter, Klaus Panchyrz, Sascha Bert und Christian Riegler ein Ösi wie ich. Da stehen 70 Jahre Rennsport Erfahrung vor mir und den anderen 29 Kandidaten. Begrüßung, Beruhigung und Einteilung in drei Gruppen, noch schnell ein Gruppenfoto mit allen und ab geht’s zum zugeteilten Instruktor. In meinem Falle war es Christian Riegler. Das Eis wird gebrochen und jeder stellt sich vor, sodass alle lockerer werden. Kurze Erklärung des Ablaufes, Übergabe der Fahrzeuge (Opel Astra OPC) und schon geht es im Konvoi hinter dem Instruktor zur ersten Übung.

Bremsen & Ausweichen mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Alles geht gut, Spaß kommt auf und die Nervosität legt sich bei allen in unserer Gruppe. Nach Beendigung der ersten Übung geht es im Konvoi wieder zurück und schon zur nächsten Übung.

Dem Slalom. In der ersten Hälfte der Zeit: Zuerst langsam, um sich an den Parcours zu gewöhnen und für sich die richtige Linie und Geschwindigkeit zu finden.

In der zweiten Hälfte der Zeit: Da will der Christian sehen, dass wir das Zeug zum Rennfahrer haben, schnelles, sauberes und materialschonendes Fahren ist angesagt.

Alle treffen sich zum Mittagessen im OPC Race Camp und es werden Erfahrungen ausgetauscht. Bei dem ein oder anderen sieht man schon ein paar Sorgenfalten mehr und andere lächeln. Ich für meinen Teil muss sagen mir ging es am Vormittag gut und ich hatte für den Nachmittag ein positives Gefühl.

So, aus den drei Gruppen am Vormittag wurden jetzt zwei Gruppen gebildet. Ich kam in die Gruppe von Klaus Panchyrz. Kurze Einweisung und Erklärung der Übung und schon ging es wieder los. Klaus Panchyrz war der Rennleiter dieser Übung und was dieser sagt ist Gesetz. Darüber gibt es keine Diskussion. Um das zu verstehen muss man es erlebt haben. Hier ein Beispiel: fünf Minuten sind dann fünf Minuten wenn es der Rennleiter sagt und nicht, wenn es die Uhr sagt. “Alles Klar”, Comprende…

Ab geht es auf den Rundkurs: Langsames Herantasten an die Grenzen und die richtige Linie suchen und finden. Hier findet dann zum Abschluss des Tages die Zeitnehmung im Renn-Corsa statt.

Nach dieser Übung geht es in der Gruppe auf den neuen Handlingkurs. 13 ANSPRUCHSVOLLE Kurven auf 900 Meter Länge warten auf uns. Hinter dem Instruktor, diesmal Sascha Bert, geht es erst mal darum ein paar Mal den Kurs zu umrunden und sich von Sascha die Linie anzusehen. Jeder aus unserer Gruppe ist einmal das Führungsfahrzeug hinter Sascha und einmal am Ende der Gruppe. Die Aufgabe besteht darin, hinter dem Instruktor nachzufahren und dranzubleiben, denn der gibt die Base vor. Eine Einführungsrunde zwei Runden mit Zeitnahme und eine Auslaufrunde. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Ab geht es für mich auf den Handlingkurs hinter dem Ösi Christian her. Der eine Ösi, also ich, soll versuchen am Christian Riegler dranzubleiben und auch sauber und schnell zu fahren. Ich kann nur eines sagen, ab diesem Zeitpunkt habe ich gewusst dass es für mich nicht reichen wird. Die erste Runde war Durchschnittszeit aber in der Zweiten hatte ich einen kapitalenVerbremser mit einem beinahe Fast-Abflug ins Kiesbett.

Eines möchte ich an dieser Stelle noch anmerken: es waren nicht die Reifen, die Bremsen oder sonst irgendetwas, sondern ganz alleine ich. Als ich ausstieg fragten Christian Riegler und Manuel Reuter was denn los gewesen sei, und ich sagte, dass ich jetzt wüsste dass nicht jeder Rennfahrer werden kann – so auch ich nicht.

Nachdem alle diese Übung absolviert hatten, ging es zurück zum OPC Camp. Als alle da waren wurden die Jalousien bei den Fenstern geschlossen damit man nicht die Linien der anderen während den zwei Rennrunden studieren konnte. Man wurde aufgerufen, bekam seine Sturmmaske und den Helm.
Jetzt hieß es warten, der Adrenalinspiegel stieg von Minute zu Minute an.

Endlich ich wurde aufgerufen. Da stand er vor mir der Opel Renn-Corsa der Gruppe N, 1.100 kg schwer, 200PSstark. Klingt nach nicht viel, ist es aber, glaubt es mir. Serie der Motor und das Getriebe, der Rest ein Wahnsinn. Ich nehme meine Startnummer 251, stecke sie seitlich beim hinteren Fenster in die dafür vorgesehene Klarsichttasche und steige an den Gitterrohrrahmen vorbei in den Rennschalensitz.

Mario, der Erbauer und Mechaniker des Corsa von Kissling Motorsport, ist mir behilflich, die richtige Sitz- und Lenkradposition zu finden. Er schnallt mich mit dem H-Gurt fest, erklärt mir alles, fragt ob alles in Ordnung ist und gibt mir das Freizeichen.

Ab geht es auf den 450 Meter langen Rundkurs. Es ist heiß, es ist laut, es ist einfach nur geil. Einführungsrunde zwei gezeitete Runden und Auslaufrunde. Alles ist vorbei bevor es richtig angefangen hat. Du steigst aus. Das, was du in diesen letzten zwei Minuten erleben durftest, kann dir niemand mehr nehmen und es ist in diesem Augenblick nicht wichtig, ob du weiter kommst oder nicht. Du gibst die Sturmmaske und den Helm ab und siehst den anderen zu, die nach dir kommen. Man redet, tauscht sich aus und holt Meinungen von denen ein, die einem zugesehen haben. Ich wusste, als ich den anderen zusah, das bei mir viel mehr drin gewesen wäre. Am Schluss fährt Sascha Bert die Referenzzeit, denn die Strecke ist jeden Tag anders, in unserem Fall waren das 22,4 Sekunden.

Alle versammeln sich im Camp und nach Auswertung der Daten wird bekannt gegeben wer es in die nächste Runde geschafft hat und wer nicht. Bei uns waren es drei: zwei Deutsche und ein Schweizer.

Ich möchte eines sagen: Ich war nicht eine Minute enttäuscht dass ich es nicht geschafft habe und möchte allen die in die zweite Runde kommen viel Glück wünschen, und möge sich ihr Traum erfüllen. Ganz besonders natürlich den dreien die mit mir den Tag verbracht haben. Der schnellste von diesen fuhr 23,18 Sek., bis zu diesem Tage die schnellste gefahrene Zeit nach 210Teilnehmern. Zum Vergleich, meine schnellste Zeit war 24,82 Sek.- eben zu langsam”.

An dieser Stelle möchte ich der Adam Opel GmbH und Manuel Reuter mit seinem gesamtenTeam für diese tolle Idee und diesem unvergesslichen Tag danken und ihnen alles Gute wünschen. Mögen sich die Besten finden, die in der grünen Hölle bestehen können. Ich sehe mich als Sieger und nicht als Verlierer und wie ich schon sagte: nicht jeder kann ein Rennfahrer sein.

Vielen Dank,
Markus Ortler

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